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Vom 19. bis 21. Juni 2009 hatten Margit Gamberoni, Pädagogin und CI-Trägerin, sowie Christl Vidal, Diplom-Sozialpädagogin und CI-Trägerin, im Auftrag des Bayerischen Cochlear Implant Verbandes zu einem Hörtraining nach Augsburg eingeladen. Das Hörtraining übernahmen M. Gamberoni und Annette Schumann, Dipl.-Sprachheilpädagogin am CICERO Erlangen, C. Vidal sorgte für das Rahmenprogramm. Sieben Damen, davon eine aus Österreich, und ein Herr trafen am Freitag bereits zum Abendessen ein. Beim anschließenden Kennenlernen spürte man förmlich, dass es jedem ein großes Bedürfnis war, von seinem Leben vor und mit dem CI zu erzählen. Schnell waren wir beim freundschaftlichen ‘Du’, sodass wir den ersten Abend schon in guter Stimmung ausklingen ließen.
Am Samstagmorgen fand sich ein Teil der Gruppe schon früh zu Christls Morgenmeditation ein. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, um abwechselnd an den zwei verschiedenen angebotenen Hörübungen teilnehmen zu können. Bei einer der Übungen wurden wir von M. Gamberoni auf eine ‘Hörreise’ mitgenommen, bei der wir auch unsere schauspielerischen Fähigkeiten zur allgemeinen Erheiterung zeigen konnten. Auch das bei uns weniger beliebte Silbentraining konnte unsere Freude an dem Hörtraining nicht trüben. A. Schumann trainierte mit uns das Hören in unterschiedlichen Übungen. Mit Entspannungsübungen und Erfahrungsaustausch ging der zweite Tag zu Ende.
Am Sonntag bereiteten wir nach der Morgenmeditation und dem Frühstück die Fragen für Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe vom CI Zentrum Erlangen vor, der zwei Stunden lang unsere Fragen beantwortete:
Frage: Warum hören CI-Träger unterschiedlich gut? Liegt es an den unterschiedlichen Modellen?
Prof. Hoppe: Anatomische unterschiedliche Voraussetzungen, das Training und die Einstellung des Sprachprozessors können auch Gründe hierfür sein.
Welches Ohr sollte erst operiert werden?
In den meisten Fällen das Ohr, das schlechter hört. Aber es gibt auch Ausnahmen!
Wie lang ist die Lebensdauer eines CIs?
90 bis 98 % der CIs halten länger als zehn Jahre, je nach Fabrikat. Heutige CIs scheinen wesentlich besser als ältere zu halten.
Schaden dem CI äußere Einflüsse wie die Nähe eines Induktionskochfeldes, eines Mikrowellenherdes, die Schleuse am Flughafen, ein Zahnimplantat oder eine Laseroperation am Auge?
Nein, keiner der genannten Einflüsse schadet dem CI.
Stimmt es, dass heute bei CI-Operationen das Restgehör erhalten werden kann?
Im Hochtonbereich kann nur selten Restgehör erhalten werden, im Tieftonbereich unter Umständen schon. Da die Bohrung für die Elektroden dafür mit maßgeblich ist, kommt es hierbei auch auf die anatomischen Voraussetzungen an. Derzeit ist aber noch unklar, woran es genau liegt, dass das Restgehör bei manchen erhalten bleibt und bei anderen verloren geht.
Reimplantation: Was kommt hierbei auf den Patienten zu? Die Operation ist einfacher und dauert kürzer als die erste Implantation eines CIs. Das zu erwartende Hörvermögen entspricht dem der ersten Implantation. Die Lernphase für den CI-Träger wird aber deutlich kürzer ausfallen. Die Patienten, die nach der ersten Operation unter Schwindel zu leiden hatten, müssen dann u.U. auch nach der zweiten Operation wieder mit Schwindel rechnen.
Zum Abschluss gab es ein herzliches Dankeschön für C. Vidal und M. Gamberoni, verbunden mit der Hoffnung, dass im Jahr 2010 wieder ein Hörtraining in Bayern stattfinden wird.
Edeltraud Kerschenlohr