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An diesem Wochenende folgten zwölf Menschen der Einladung zum Seminar Hörfit-Süd. Wir waren insgesamt, unsere Christl Vidal und Margit Gamberoni dazugezählt, zwölf Frauen und zwei Männer, davon zehn Bayern und zum ersten Mal auch vier Württemberger. Bei zu dieser Jahreszeit untypischen kühlen Temperaturen und Regen fanden sich alle am späten Nachmittag in Augsburg ein. Die meisten waren mit dem Zug angereist. Bereits vor dem Abendessen lernen wir uns kennen oder sehen bekannte Gesichter wieder. Nach der leiblichen Stärkung beginnen wir mit der Vorstellungsrunde, bei der wir uns paarweise zusammensetzen und danach den Gesprächspartner vorstellen. Margit, die wie fast alle geduzt werden möchte, beginnt mit uns ein Zeitreisespiel. Es gilt Monate zu beschreiben und zuzuordnen. Spielerisch üben wir so, uns zuzuhören und lernen uns weiter kennen. Nach dem offiziellen Teil sitzen einige noch weiter beieinander bei Wein, Bier, Saft, Knabbereien und Süßem (Christl lässt es an nichts fehlen).
Samstags geht es schon früh los. Nach dem Frühstück vom reichhaltigen Buffet werden wir in Gruppen zu je 6 Leuten eingeteilt. Ich bin in Margits Gruppe. Die anderen sechs gehen in einen anderen Raum zu einer Logopädin namens Cynthia Glaubitz, welche extra zu uns gekommen ist. Unser gestriges Thema „das Jahr“ begleitet uns weiterhin. Margit versteht es gut, uns ein anregendes Lernprogramm zu bieten und hat allerhand Arbeitsmaterial vorbereitet. Wir haben viel Spaß dabei und brauchen nicht ständig stillzusitzen. Auch Frau Glaubitz hat sich mit ihren Aufgaben einiges einfallen lassen. Sie betreut übrigens CI-Träger nach der Anpassung in Erlangen. Bei ihr üben wir wieder Hören von Wörtern, Sätzen und Buchstaben. Das Gruppentraining macht das ganze interessant, weil jeder eine individuelle Aussprache hat, auf welche man sich schnell einstellen muss. Wir stellen fest, dass Laute wie s/f, n/m/l, e/i und o/u einer Lautgruppe angehören und deren Unterscheidung immer schwierig bleiben wird, weil sie im Hörfenster sehr nahe beieinander liegen. Auch das Gedächtnis wird trainiert, was empfehlenswert ist, weil bei uns CI´lern das auditive Gedächtnis eingeschränkt ist weiß Frau Glaubitz.
Nach dem Abendessen bringt Christl uns in Bewegung. Das Spiel „die
Reise nach Jerusalem“ führt beinahe zu Unfällen und ist sehr lustig,
aber auch das anschließende „Steinespiele aus Afrika“ landet viele
Lacher. Als abschließende Entspannung massieren wir uns selbst und auch
gegenseitig mit Igelbällen, was wir sehr genießen können. Der Austausch
untereinander ist uns sehr wichtig. Deshalb bleiben einige Teilnehmer
noch lange beisammen und tauschen sich aus. Eine Teilnehmerin hat
beispielsweise zwei Hörgeräte, überlegt aber, sich mit einem CI
versorgen zu lassen. Sie bekam wertvolle Informationen über die drei am
Markt vertretenen Anbieter.
Am Sonntag setzen wir uns nach dem
Frühstück wieder alle zusammen in einen Kreis, von draußen schaut sogar
einmal die Sonne rein. Damit jeder alles gut verstehen kann, rüsten wir
uns mit den Empfängern der Induktionsanlage aus. Wir sammeln Fragen,
die wir anschließend an Prof. Dr. Dr. Hoppe von der Universitätsklinik
Erlangen stellen wollen und auf dem Flipchart kommt einiges zusammen.
Vor dem „hohen Besuch“ möchten Margit und Christl noch ein Feedback von
uns, wie das Seminar angekommen ist. Rundum sind sich alle einig, dass
wir eine Menge voneinander lernen konnten und unsere Leiterinnen sich
viel Mühe mit einem abwechslungsreichen Programm gemacht haben. Der
Spaßfaktor war groß, ebenso die Toleranz. Wir fühlten uns wohl und
verstanden. Als Dr. Hoppe eintrifft gehen wir zur Frage- und
Antwortrunde über und wir schaffen es sogar bis zur Essenszeit, alle
Punkte abzuarbeiten. Schließlich heißt es Abschied nehmen und immer
wieder ist zu hören „vielleicht sehen wir uns ja nächstes hier wieder“.