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BayCIV > BayCIV aktiv > 2010 > Informationsveranstaltung und Mitgliederversammlung am 16.Oktober in Augsburg

Informationsveranstaltung und MV 2010

Dr. Volker Kratzsch
Dr. Volker Kratzsch

Zum 16. Oktober 2010 hatte der BayCIV Mitglieder und Interessierte in das Kolpinghaus nach Augsburg geladen. Das Programm lockte 86 Besucher an und das Kommen hat sich gelohnt.

Gleich nach der Begrüßung durch Franz Hermann referierte Dr. Volker Kratzsch, Chefarzt der HELIOS Klinik Am Stiftsberg, Bad Grönenbach, zum Thema ‘Schwindel’. Etwa 600 Arten von Schwindel sind der Medizin bekannt, da würde ein Vortrag über eine Woche dauern. Da uns diese Zeit nicht zur Verfügung stand, sprach Dr. Kratzsch über Erkrankungen des Innenohrs und dem daraus entstehenden Schwindel und Tinnitus. Ein Riesenthema, da die meisten Hörgeschädigten davon betroffen sind. Möglichkeiten, den Schwindel und Tinnitus zu beeinflussen – auch mit CI und Hörgerät – hat Dr. Kratzsch uns aufgezeigt.

Edeltraud Kerschenlohr schloss sich zu dieser Problematik mit einem Vortrag über ihre Erkrankung Morbus Menière an. Das ist oft ein jahrelanger Leidensweg. Wenn endlich die Zeit der schlimmsten Anfälle mit Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Orientierungslosigkeit oder Bewusstlosigkeit  vorbei ist,  ist der Betroffene meistens ertaubt. Jetzt gibt es endlich eine wirkliche Hilfe, das Cochlea-Implantat gibt den Betroffenen wieder ein gutes Leben.

Tanja Roller und Lars
Tanja Roller und Lars

Tanja Roller und ihr Sohn Lars zeigten uns mit einem Wortspiel sehr anschaulich, wie gut Lars mit seinen zwei CIs hören und sprechen kann. Darüber haben wir uns gefreut. Er besucht die Regelgrundschule und möchte genauso sein wie seine hörenden Klassenfreunde. Dies klappt erstaunlich gut, aber nicht immer. Seine Eltern müssen da sehr aufpassen, dass der Junge sich nicht übernimmt. Wir wünschen Lars auf seinem weiteren Schulweg alles Gute.

Dr. Andreas Vonier
Dr. Andreas Vonier

‘Förderschule oder Regelschule für hörgeschädigte Kinder?’ war das Thema von Dr. Andreas Vonier. Dies ist von Eltern und Pädagogen oft umstritten. Aber das Kind muss die Mitte der Entscheidung sein. Ist für ein Kind die Regelschule richtig, ist für ein anderes Kind das Förderzentrum Hören die bessere Entscheidung. Dr. Vonier erklärte, dass in dieser Einrichtung die gleichen Abschlüsse erreicht werden, die Kinder bekommen nur mehr Zeit. Auch ist das System gleitend und es kann jederzeit in eine andere Schule gewechselt werden oder auch umgekehrt.

Dr. Rak
Dr. Rak

Prof. Joachim Müller wurde von seinem Assistenzarzt Dr. Rak vertreten. Er referierte über die beidseitige CI-Versorgung bei Kindern, die in einer Operation durchgeführt wird. Ist das immer ein Vorteil oder könnte eine lange Operationszeit zum Risiko werden? Hier muss die Entscheidung vom Operateur und Narkosearzt sehr sorgfältig abgewogen werden. Eine zu lange Narkose bei Kleinkindern ist nicht ohne Risiko und so ist eine zweite Operation nicht selten der bessere Weg.

Jeder der etwa 20-minütigen Vorträge war sehr interessant und informativ. Es konnten Fragen gestellt werden, die alle beantwortet wurden. Sicher haben wir Zuhörer Erkenntnisse daraus gewinnen und manche Zusammenhänge begreifen können. In der Mittags- und den Kaffeepausen konnten die Gäste auch ihre persönlichen Erfahrungen austauschen, was rege getan wurde.

Nachmittags war dann die Mitgliederversammlung mit den Vereinsberichten und den Neuwahlen des Vorstandes, an der 26 Mitglieder teilnahmen. Die Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen. Die Berichte der Kassenprüfer für 2008 und 2009 waren ohne Beanstandung. Die Haushaltspläne 2011 und 2012 wurden präsentiert.

Franz Hermann legte sein Amt als 1. Vorsitzender nach dreizehn Jahren ehrenamtlicher Arbeit nieder. Das hat uns alle doch etwas traurig gestimmt. Franz hat seit der Gründung des BayCIV für unsere Sache gekämpft. Da mussten viele Steine weggeräumt und auch dicke Bretter gebohrt werden. Du hast das immer aus Überzeugung und auch mit Freude getan. Das CI und alles rund um das Hören sind Dir nun mal sehr wichtig. Du wolltest, dass viele Betroffene von dem CI erfahren und Hilfe finden. Die oft zeitaufwendige Arbeit, verbunden mit Dienstreisen, bedarf  Verständnis und auch der Mitarbeit des Partners. Dafür an dieser Stelle Dir und Hanna ein dickes Lob und herzlichen Dank.

Auch die Kassenführerin Christa Ströhl ist von ihrem Amt zurückgetreten. Sie hat viele Jahre die Finanzen bestens geführt, auch ihr gilt unser herzlicher Dank. Die Kassenprüfer Herbert Egert und Michael Wolterhoff führen ihr Amt weiter.

Die Wahlen gingen gut voran. Alle Bewerbungen wurden einstimmig angenommen. Herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche den neuen Vorständen Regine Zille, Christl Vidal, Petra Klemm, Andrea Grätz, Reinhard Zille, Margit Gamberoni und Adelheid Braun alles Gute für ihre nicht immer leichten Aufgaben.

Irmgard Klawon
Auslaufwerkstr. 2 A
89257 Illertissen

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