Ändern der Schriftgröße

Schriftgroesse neu

Kalender

< Mai 2012 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      

Newsletter

Bitte geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, wenn Sie aktuelle Infos erhalten wollen.

Suche

BayCIV > Selbsthilfe > Oberbayern > MuCIs > MuCIs-Rückblick > MuCIs goes Musikschule

Eindrücke der angehenden Pädagogin Sohpie Weber vom Musiktherapie-Tag mit CI-Trägern am 24.09.2011

Bei meinen Recherchen zu „Musiktherapie mit CI-Trägern“ - das Thema meiner Zulassungsarbeit für mein Studium – stieß ich irgendwann auf MuCIs. Regine Zille vermittelte mir dann den Kontakt zu der Musiktherapeutin Sabine Sinhart, die auch mit ein paar CI-Trägern zusammenarbeitet. Sie lud mich ein, am Musiktherapie-Tag am 24.09.11 dabei zu sein.

Gespannt und voller Neugier, was dieser Tag bringen würde, fuhr ich also nach Straßlach. Dort wurde ich gleich sehr herzlich von allen Teilnehmern begrüßt. Insgesamt waren wir sechs CI-Träger und drei normal Hörende.
Der Tag begann mit einer Vorstellrunde: jeder sagte seinen Namen und nannte ein Instrument, das gerade am besten zu seiner Verfassung und Stimmung passte. Schon hier wurde deutlich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse aller Teilnehmer waren: während die einen Lust hatten, laut zu sein, „in die Tasten zu hauen“ und keine Scheu vor schrägen Tönen hatten, gab es andere, die sehr auf Harmonie bedacht waren und zur Ruhe kommen wollten. Daraufhin bildeten wir später drei Gruppen à drei Personen, in denen wir verschiedene Instrumente ausprobieren konnten. Es gab eine „In-die-Tasten-hauen“-, eine Harmonie- und eine Ruhe-Gruppe.

Bevor wir in diese Gruppen gingen, gab es noch eine kleine Präsentation einer Teilnehmerin, die mich sehr berührte: es war ein Gedicht, das sie selbst geschrieben hatte, über Musik und Klänge und deren Wirkung, das sie mit dem Tischröhrenspiel (dieses Instrument besteht aus Metallröhren und erinnert an ein Xylophon) begleitete. Es war sehr schön, ihr zuzuhören und es beeindruckte mich, wie perfekt die Teilnehmerin das Gedicht in Musik umsetzen konnte: zwischen hohen, feinen Tönen immer wieder ein tieferer Klang, der das Fundament bildete.
Ich hätte nicht gedacht, dass Musik mit dem CI doch so fein wahrgenommen werden kann. Für mich war überhaupt ganz spannend, wie differenziert die CI-Träger die Musik wahrnehmen konnten, wie gut auch leise Klänge ankamen. Ich hatte das Gefühl, dass jeder sehr konzentriert bei der Sache war und sich ganz darauf besann, sich selbst und sein Instrument wahrzunehmen. Gleichzeitig gelang es aber auch, sich der Gruppe anzupassen und darauf zu achten, was die anderen spielten.

Der Tag ging weiter mit Klangspielen mit dem eigenen Namen, Arbeit mit der Stimme und immer wieder der Möglichkeit, verschiedene Instrumente auszuprobieren.

Es war toll, wie gut auch die Gruppe harmonierte und wie leicht man miteinander in Dialog treten konnte: ganz ohne Stimme, einfach nur mit der Musik.

Was ich nun aus diesem Tag mitnehme?

Die Erkenntnis, dass Musik auch mit eingeschränktem Hören eine große Rolle spielt oder zumindest spielen kann und als bereichernd empfunden wird und genossen werden kann, dass es durchaus möglich ist, trotz oder gerade wegen des CIs (wieder) Genuss und Freude an der Musik zu finden, dass jeder einen eigenen, individuellen Zugang zu Musik hat und sagen kann: „Dieses Instrument gefällt mir gut und mit jenem kann ich aber überhaupt nichts anfangen“, dass die Experimentierfreude groß war und es keine Scheu gab, alles einfach auszuprobieren.

Mir hat dieser Tag sehr gut gefallen und ich freue mich, dass ich dabei sein durfte. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmals bei der gesamten Gruppe bedanken und ganz besonders bei der Musiktherapeutin Sabine Sinhart und bei Regine Zille, die den Kontakt herstellte.

Euch allen wünsche ich weiterhin viel Freude an der Musik und am gemeinsamen Musizieren!
Ich bin sicher, dass die Klänge dieses Tages noch lange nachhallen werden.


Sophie Weber

Zurück