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BayCIV > Cochlea Implantat > Informationen zum CI

Was ist ein Cochlea Implantat

  

Übersetzung in Gebärdensprache.


Ein Cochlea-Implantat (abgekürzt CI) ist eine Hörprothese.

Woraus besteht ein Cochlea Implantat?
Ein Cochlea-Implantat (CI) besteht aus zwei Teilen:  
1. Das Implantat wird bei einer Operation hinter dem Ohr eingesetzt. Es bleibt im Kopf und ist unsichtbar.
2. Der Sprachprozessor mit der Sendespule wird wie ein Hörgerät hinter dem Ohr getragen und ist magnetisch mit dem Implantat verbunden. Nachts, zum Duschen und im Schwimmbad kann und soll man ihn ablegen.

Wie arbeitet das Cochlea-Implantat?
Im Sprachprozessor werden Sprache, Klang, Geräusche in elektrische Signale umgewandelt. Der Weg des Pulsmusters führt über das Kabel zur Spule und von dort durch die Kopfhaut zum Implantat. Die Signale werden dann entschlüsselt und über Elektroden in der Hörschnecke (Cochlea) weitergeleitet.  Der Hörnerv wird stimuliert und gibt die Empfindungen an das Gehirn weiter. Die Person „hört“ wieder.

Worin unterscheiden sich Hörgerät und Cochlea-Implantat?
Hörgeräte verstärken den Schall. Wenn Sinneszellen im Innenohr fehlen, nutzen Hörgeräte nichts mehr.
Die Cochlea Implantate sind nicht auf funktionierende Haarzellen ange-wiesen. So können alle Töne erfasst werden, welche für das Sprachverständnis wichtig sind.

Für wen kommt ein Cochlea-Implantat in Frage?
Ein CI eignet sich für gehörlos geborene Kinder und für hochgradig Schwerhörige und Ertaubte in jedem Lebensalter. Cochlea-Implantate werden eingesetzt, wenn man mit dem Hörgerät nichts mehr verstehen kann.

Welche Voraussetzungen sind wichtig?
Das CI hilft nur bei Personen, die einen funktionierenden Hörnerv haben.
Vor der Entscheidung zur Operation wird diese Voraussetzung geprüft.

Ist die CI-Operation gefährlich?
Die Operation dauert zwischen 1-2 Stunden. Sie wird in Vollnarkose durchgeführt. Die chirurgische Technik ist sicher und die Operation verläuft in den meisten Fällen ohne Probleme. Mögliche Folgen wie Gesichtsnervenlähmung und Gleichgewichtsstörungen sind äußerst selten. Eventuell noch vorhandenes natürliches Restgehör geht allerdings bei der Operation meist verloren.

Wie erhalte ich ein Cochlea Implantat?
Ansprechpartner sind der HNO-Arzt und die implantierende Klinik.
Nach der Voruntersuchung in der Klinik erfolgt die Operation. Rund 4 Tage nach der Operation wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen. Die Wundheilung dauert etwa 4-5 Wochen. Dann erst kann der Sprachprozessor angepasst und von einem Ingenieur in der Klinik eingestellt werden. Die ersten Höreindrücke sind bei jedem anders – am Anfang muss man sich an das Hören mit CI erst gewöhnen.
Man kann mit dem CI Geräusche und Klänge hören und mit viel Übung und häufiger Anpassung in der Klinik auch Sprache verstehen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
In medizinisch begründeten Fällen übernehmen die Krankenkassen auf jeden Fall die Kosten. Auch die Batteriekosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel erstattet (anders als bei einem Hörgerät).

Cochlea-Implantat ja oder nein?
Diese Frage muss letztendlich jede(r) Betroffene für sich selbst beantworten. Viele Menschen, die sich für ein CI entschlossen haben, möchten dieses „Wunderwerk der Technik“ nie mehr missen und können ihr Leben ohne CI gar nicht mehr vorstellen.

Impressum:
Dieser Flyer wurde vom Bayerischen Cochlea Implantat Verband e.V. erstellt.
Der Verband besteht seit 1997. Inzwischen gibt es bayernweit 22 CI-Selbsthilfegruppen. Die Anschrift der Selbsthilfegruppen finden Sie unter Selbsthilfe.
Die Mitglieder des Verbandes sind hörgeschädigte Menschen, versorgt mit Hörgeräten und/oder einem Cochlea Implantat sowie Eltern von hörgeschädigten Kindern.


Gerne informieren wir Sie bei Fragen rund um das CI:
Ansprechpartner : Regine Zille (1. Vorsitzende), Arberweg 28, 85748 Garching

Ansprechpartner :
Bayerischer Blindenbund, Hr. Bleymeier (Referat für Hör- und Sehbehinderte)
 
Dieser Text in Brailleschrift kann direkt angefordert werden bei Regine Zille.