SHG-Leiter-Fortbildung „Was hat Resilienz mit der Verbesserung unserer Kommunikation zu tun?“

von René Zille

SHG-Leiter-Fortbildung „Was hat Resilienz mit der Verbesserung unserer Kommunikation zu tun?“ in Nürnberg, Caritas-Pirkheimer-Haus (CPH)

20.04. – 22.04.2018 mit Vera Starke, systemische Therapeutin und Kommunikationsberaterin, Berlin

Am späten Freitagnachmittag begrüßten die Organisatorinnen des Seminars Christl Vidal und Margit Fischer die angekommenen Teilnehmer und die Referentin Vera Starke, begleitet von Renate Starke.

Ein gemeinsames Abendessen war schon bei einer kleineren Gruppe ein Anlass zum gegenseitigen Kennenlernen. Anschließend erfolgte eine gemeinsame Vorstellungsrunde in unserem Seminarraum.

Die verschiedenen SHG-Leiter sprachen dabei diverse Probleme oder auch „gutlaufende“ Vorhaben in ihrer jeweiligen Gruppe an.

In dieser Runde sollten die Teilnehmer imaginär Farben auswählen, die ihren momentanen Gefühlszustand am besten beschreiben würden, eine andere, aber sehr interessante Art einer Vorstellungsrunde. Sinn dahinter war, Gefühle erkennen und benennen zu können, da mit Gefühlen später weitergearbeitet wurde. Die gesamte Veranstaltung wurde „hörtechnisch“ durch die FM-Anlage unterstützt.

Die Hauptthemen des Wochenendes befassten sich mit:

  • Resilienz
  • Kommunikation
  • emotionale Kompetenz

Bei der morgendlichen Meditation am Samstag nahm uns Christl mit auf eine Reise des kleinen Buddhas, bevor wir zu einem ausgiebigen Frühstück gingen.

Nach unserer reichlichen Stärkung versammelten wir uns wieder, um mit Vera zu arbeiten. Sie bereitete Emotionskarten im Kreis vor, so dass sich jeder zu Beginn gleich eine Karte nehmen und kurz erläutern konnte, welches Gefühl, welche Erfahrung oder Erwartung ihn mit der ausgesuchten Karte verbindet. So ließ sich eine gute Verbindung zu unserem Seminarthema herstellen.

Denn: Woher kommen eigentlich die positiven oder negativen Gedanken?

Es gibt ja durchaus Möglichkeiten, dass man aus etwas Negativem etwas Positives entwickeln kann. Dazu kann man die kognitive Umstrukturierung anwenden.

Diese beinhaltet vier Stufen:

  • Man macht sich die Gedanken bewusst
  • Man überlegt, ob sie mir guttun (z.B. bin ich wirklich zu unkompetent? Habe ich noch nie etwas erreicht?)
  • Ist das wirklich so? Gibt es Beweise dafür? (Was würde Dein(e) beste(r) Freund(in) zu Dir sagen?)
  • Neue, ICH-stärkende Gedanken einüben!!! (Mir ist schon einiges gelungen…)

UND: man kann leichter TSCHÜSS sagen zu den negativen Gedanken

Was genau ist das“ Problem-Erleben?“

Ganz wichtig dabei ist die Transparenz und Ehrlichkeit. Bei diesem Thema wurde speziell nochmals auf die einzelnen Probleme der Gruppen eingegangen und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Wir Gruppenleiter sind oft schon mit unseren Gedanken viel weiter - das hilft uns aber dabei, dass wir unsere Teilnehmer zum Teil gut motivieren können. Manchmal gelingt es den Gruppenleitern, einzelnen Mitgliedern der Gruppe den Sprung in das Leben zu erleichtern.

Resilienz und Kommunikation (Auszug aus den Unterlagen von Vera Starke)

Was hat das miteinander zu tun?

„Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Mit Resilienz verwandt sind die Entstehung von Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Bewältigungsstrategie und Selbsterhaltung. Das Gegenteil von Resilienz ist Verwundbarkeit.

Beziehungsfähigkeit ist eine Grundvoraussetzung für Resilienz:
Beziehung ist die Grundlage für das, wer wir sind und was wir tun.
Beziehungen finden im privaten und im beruflichen Umfeld statt.
Aus Beziehungen schöpfen oder verlieren wir Kraft.
Wir befinden uns ständig in Beziehung.
Beziehung ist ein Grundbedürfnis.
LEBEN ist Beziehung.
 

Der Dialog ist die Grundlage für eine gute Beziehung

Einen Dialog zu führen heißt nicht, gleicher Meinung zu sein
Dialog meint niemals nur das ICH, sondern immer auch das DU.
Dialog meint, aus dem ICH und dem DU ein WIR zu machen.
Übereinander statt miteinander zu sprechen verletzt.
Geht der Dialog verloren, geht die Beziehung verloren.
Der Verlust des Dialoges ist der erste Schritt in die Erschöpfung.
 

Das Wissen über den Zusammenhang von Resilienz, also innerer Widerstandskraft, und Kommunikation ermöglicht ein hilfreiches Rüstzeug für Selbsthilfegruppen-Leiter, dass sie gegebenenfalls gut für ihre ehrenamtliche Arbeit nutzen können und sich so in kritischen Situationen weniger durch ihr Engagement belastet fühlen.

Die gesamten Seminartage wurden nicht nur durch reine Theorie gestaltet, sondern es gab auch sehr lebhafte Gruppenarbeiten z.B. der Zaubermarkt: hierbei konnte man, wie auf einem Flohmarkt, Fähigkeiten, Eigenschaften von anderen Teilnehmern erwerben z.B. Malen nach Duft und andere kreative Hobbys, Zuhören, Verhandeln oder Umgang mit Zahlen.

Auch ein Rollenspiel für die Gestaltung eines Gruppenvormittags ohne Vorbereitung von Seiten des Gruppenleiters trug dazu bei, dass sehr interessante Ansichten von den Teilnehmern eingebracht wurden.

Alles in allem war es ein Wochenende, bei dem sehr viel Wissen vermittelt wurde. Der Austausch zwischen den Teilnehmern und der Referentin mit Begleitung kam ebenso nicht zu kurz.

Wir danken allen Gruppenleitern für die rege Teilnahme, unser besonderer Dank gilt Vera und Renate Starke für die zugesandten Unterlagen.

Bei der BARMER GEK bedanken wir uns für die Finanzierung des Projekts „Weiterbildung für Selbsthilfegruppenleiter“.

Wir wünschen allen SHG-Leitern viel Erfolg und eine gute Umsetzung in den jeweiligen Gruppen. Die nächste SHG-Leiter-Fortbildung findet vom 29.-31.03.2019 im CPH Nürnberg statt. Schwerpunktthema: Moderation in der Gruppenarbeit

Christl Vidal und Margit Fischer

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