SHG-Leiter-Seminar

von René Zille

Gruppenmoderation - souverän und motivierend

Auch das kann einem Selbsthilfegruppenleiter passieren: Du stehst vor deiner Gruppe und hast ein Blackout. Du stolperst, stotterst, verhaspelst dich ständig. Die Begrüßung vor den Teilnehmern wird manchmal einfallslos, monoton, ohne Punkt und Komma runtergesprochen.

Fazit, man kommt nicht in jedem Fall souverän und motivierend herüber. Das wollen die bayerischen SHG-Leiter ändern. Sie nahmen sich vor, über ihr Auftreten mit Hilfe einer Videokamera zu reflektieren, ihre Souveränität zu stärken, die Motivation zu verbessern und Taktiken anzuwenden, wie man die konsumverhaltenden Teilnehmer aktiviert, sich mehr in der Gruppe einzubringen.

Am Freitagabend gab erst mal die obligatorische Vorstellung, die von Margit Gamberoni, einer der erfahrensten SHG-LeiterInnen, moderiert wurde. Da die meisten SHG Leiter sich ja schon lange kennen, auch wenn erfreulicherweise vier Neue da waren, wurde die Vorstellungsrunde modifiziert. Die Teilnehmer stellten sich nicht einfach mit Namen und Hörstatus vor, sondern erzählten auch, wie der einzelne zu seinem Namen gekommen ist. Eine kreative Idee, um eine Vorstellungsrunde aufzulockern bzw. interessanter zu gestalten.

Samstag: Seminar, Teil 1: „Was ist ein guter Moderator?“

Wir begannen mit der Vorstellung aller TN in Zweiergruppen zu den Fragen: „Warum bin ich SHG Leiter?“; „Warum sind die TN in der SHG Gruppe?“ und „Was kann ich gut und was will ich verändern?“

Nach einer 10-minütigen Vorbereitung auf die Übung: „Wie trete ich als Moderator auf?“ präsentierte jeder SHG Leiter vor laufender Kamera seinen Einstieg in die Moderation eines Gruppentreffs.

Nach der Analyse und Besprechung zur Verbesserung des Einstiegs gab es die Aufgabe, sich eine kreative Präsentation zu überlegen zum Thema: „Warum ist die Farbe XY die Farbe des Jahres?“, die jeder vor laufender Kamera ohne Publikum präsentierte. Die Teilnehmer erkannten, wie mit Unterstützung von Mimik, Gestik und Körperhaltung die Aufmerksamkeit der Zuhörer gleich bei der Anmoderation geweckt werden kann.

Als wertvolle Hilfe für den Einstieg empfahlen die Referenten einen Stern als Cluster. Diese Vorbereitung trägt dazu bei, um eine „Aufzählung“ in der Begrüßung zu vermeiden. Tipp: In der Begrüßung kreativ mit einer Anekdote, einem Zitat oder Witz beginnen!

Am Ende des Tages bekam jeder die Hausaufgabe sich mit Hilfe des „Clustersterns“ eine neue kreative Anmoderation für seine SHG Gruppe zu überlegen, die am nächsten Tag vor der Kamera wieder aufgenommen werden kann.

Sonntag: Fortsetzung Teil 2 „Die gute Moderation“

Auf Grund eines technischen Problems verzichteten wir auf die Auswertung der „Hausaufgabe“ in der Form eines erneuten Rollenspiels vor laufender Kamera.

Weiter im Programm wurde besprochen, wie eine gute Moderation aussehen sollte. Der Moderator soll sich seines Verhaltens, seiner Körperhaltung, Gestik und Mimik bewusst sein. Wichtig ist der kreative und authentische Einstieg. Der Moderator soll möglichst neutral auftreten, seine Zuhörer ernst nehmen und das Ziel des Treffens immer im Auge behalten.

Teil 3 Aktivierung der Teilnehmer in der Selbsthilfegruppe

In diesem letzten Teil wurde die Frage: „ Wie kann in einer SHG die Selbsthilfe aktiv von und mit den TN mitgestaltet werden, um eine ‚Konsumhaltung‘ der TN zu umgehen?“ und „Wie geht man mit schwierigen TN diskret um?“ intensiv erläutert.

Zur Veranschaulichung wurde ein Rollenspiel einer simulierten Gesprächssituation zwischen einem TN und dem SHG-Leiter durchgeführt.

Die Teilnehmer des Seminars besannen sich auf Möglichkeiten und gaben sich Tipps, wie die TN in den einzelnen Selbsthilfegruppen zu mehr Aktivität und zur Übernahme von mehr Eigenverantwortung angeregt werden könnten.

In der Feedbackrunde des Seminars bestätigten die meisten Teilnehmer, dass sie einiges an neuen Input bekommen hätten. Gut angekommen sind die Videoanalyse, die Idee mit dem kreativen Einstieg und das Rollenspiel.

Wir sagen Dankeschön an die beiden Referenten Claudia Grönke und Thorsten Blach.

Und nicht zu vergessen, den beiden Organisatorinnen Christl Vidal und Margit Fischer, die unermüdlich die Workshops im Auftrag des BayCIV vorbereiten und durchführen.

Andrea Muschalek

Robert Basta

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